Paul Clark

„Gott gebraucht die Menschen, die schwach und bedürftig genug sind, sich an Ihn anzulehnen.“ (China Missionar Hudson Taylor)

Ich bin mit einer angeborenen Augenkrankheit auf die Welt gekommen. Das bedeutete, dass ich in der Schule nie in der Lage war, zu sehen, was der Lehrer gerade an die Tafel geschrieben hatte. Zu Lesen hieß für mich, das Buch so dicht an mein Auge zu halten, dass ich mit meiner Nase die Seite berührte. Erst dann konnte ich Buchstaben und Worte erkennen. Schnell lernte ich, dass Kinder sehr grausam sein können! Wie oft wurde ich mit Schimpfnamen belegt oder geschlagen, ganz einfach, weil ich „anders“ war. Später war es dann recht entmutigend für mich, nie Autofahren zu können, was in den Staaten eine besondere Herausforderung darstellt. Ich bin dankbar für meine christlichen Eltern, die echtes Mitgefühl zeigten, aber mir nie erlaubten, Selbstmitleid zu entwickeln wegen meiner Begrenzungen. Auch bin ich dankbar für all die Lehrer, die sich besondere Mühe gaben, um mir behilflich zu sein!

Es ist absolut erstaunlich zu sehen, wie Gott durch die ganze Bibel hindurch Männer und Frauen Seiner Wahl gebraucht trotz deren Begrenzungen:

  • Mose hatte einen Sprachfehler.
  • Jeremia dachte, Gott könne ihn nicht gebrauchen, weil er zu jung war.
  • Paulus flehte Gott mehrmals vergeblich an, seinen „Dorn im Fleisch“ wegzunehmen!

Ich erinnere mich lebhaft an eine Autofahrt mit zwei Kollegen kurz nachdem die Berliner Mauer gefallen war. Wir überlegten gemeinsam, was wir unternehmen könnten, um in den neuen Bundesländern Gemeinden zu gründen.

  • Einer der Kollegen im Auto litt an einer spastischen Erkrankung, wodurch immer wieder ein Herumzucken des Kopfes ausgelöst wurde.
  • Der zweite Kollege hatte ein großes Problem mit seinem Gehör. In anderen Worten: Er war richtig schwerhörig!
  • Und da war ich noch: Blind auf dem einen Auge und mit dem anderen konnte ich auch kaum sehen!

Mit einem Mal dachte ich, wie komisch unsere Situation doch war. Gott hat wirklich einen Sinn für Humor!

Heute sind wir drei alle über 60 Jahre alt und versuchen Gott weiter mit all unserer Kraft in unseren verschieden Wirkungsbereichen zu dienen.

Wie steht es um Deine Begrenzungen?

Rick Warren schreibt: „Und unsere Schwachheiten sind facettenreich. Wir haben körperliche, intellektuelle, emotionale und geistliche Schwachheiten. Die Frage stellt sich, wie wir mit ihnen umgehen. Die Begrenzungen, die Gott in unserem Leben zulässt, sind maskierte Segnungen. Unsere Begrenzungen sind nämlich der Garant dafür, dass Gott sich zeigen und helfen wird. Sie sorgen auch dafür, dass ich nicht überheblich werde. Nichts behindert meinen Dienst mehr als Überheblichkeit und Arroganz.“

Reggie McNeal geht noch ein Schritt weiter: „Alle Leiter humpeln ein wenig. Leiter entwickeln sich zum Teil weiter, weil sie gewillt sind, sich mit dem, der sie sind, und dem, der sie einmal werden möchten, auseinander setzten und sich Gedanken machen, wie sie ihre Defizite ausgleichen können.“

Ich habe gelernt (auch wenn es nicht immer einfach war), dass unsere Begrenzungen eine großartige Gelegenheit dafür sind, dass Gottes Gnade offenbar werden kann! Die Menschen, denen wir als Leiter dienen, kämpfen auch mit allen Arten von Begrenzungen. Gott möchte, dass wir ihnen durch unser eigenes Beispiel helfen, sich weiter zu entwickeln.

Rick Warren schreibt weiter: „Während die meisten Menschen ihre Schwachheit verleugnen, verteidigen oder entschuldigen, so können christliche Leiter ihre Schwachheit annehmen und Gott bitten, sie zu gebrauchen. Wenn Gott durch schwache Menschen wirkt, so wird seine Macht umso mehr offenbar!“

Paulus fasst das ganze Thema für uns zusammen: „Denn wenn er auch gekreuzigt worden ist in Schwachheit, so lebt er doch in der Kraft Gottes. Und wenn wir auch schwach sind in ihm, so werden wir uns doch mit ihm lebendig erweisen an euch in der Kraft Gottes.“ (2. Korinther 13, 4)

Gottes Gnade ist mehr als genug, uns in und trotz unserer Schwachheit in dem Dienst, in den Er uns berufen hat, zu helfen. Wenn wir schwach sind, dann sind wir stark!

Paul Clark Lebensbotschaft ist es, ein Ermutiger zu sein für die, die andere ermutigen. In Zusammenarbeit mit dem Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) hat Paul geholfen, Gemeinden im Saarland, in  Rheinland Pfalz und Thüringen zu gründen. Paul ist auch verantwortlich für das Webportal Forum für Leiterschaft im Gemeindebau. www. http://www.forumgemeindebau.de/

Paul stellte seine Doktorarbeit mit dem Titel: „Die Gründung von Pfingstgemeinden in Deutschland: 1945–2005: Implikationen für intentionale Mission im 21. Jahrhundert“ fertig. Sie ist als Buch wahlweise auf deutsch oder englisch erhältlich: http://pmgermany.com/information-zum-buch/.