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David Barringer

Meine Frau Anne und ich haben verschiedene Laufstile. Auch wenn wir beide gerne laufen ist doch die Art, WIE wir laufen, vollkommen unterschiedlich.

Anne läuft längere Strecken gerne eher langsam. Ich hingegen liebe es, kürzere Strecken schnell zu laufen. Wenn wir zusammen joggen, stöhne ich regelmäßig darüber, wie lange sie immer laufen will. Mein Lauftempo hingegen frustriert sie. Sobald es bergan geht, ziehe ich an. Sie verfällt allerdings dann lieber in ein langsames Schritttempo. Anne genießt beim Joggen die Stille der Natur. Sie betet dabei und/oder überdenkt den Tag. Ich bete zwar auch gerne beim Laufen, muss aber immer meine Kopfhörer im Ohr haben.

Ja, wir gehen beide dieses Hobby sehr unterschiedlich an. Und man kann nicht sagen, dass ein Laufstil besser als der andere sei. Wir haben gelernt, unseren Zeitvertreib zu genießen, ohne unsere Laufstile ständig miteinander zu vergleichen und uns gegenseitig den Tag zu vermiesen. Wir vergleichen sie auch nicht mehr mit anderen Läufern. Wir beide, Anne und ich, wollen zwar unseren jeweiligen Laufstil weiterhin verbessern, doch uns nicht die Freude am Laufen nehmen, indem wir uns miteinander vergleichen.

Gut, Dinge miteinander zu vergleichen kann auch sehr hilfreich sein; zum Beispiel die Preise bei Aldi und Lidl oder auch die Preise für Laufschuhe unterschiedlicher Qualität bei verschiedenen Anbietern. Wenn wir etwas miteinander vergleichen, kann das weitreichende Auswirkungen haben und deshalb sollte man sich dieser Verantwortung bewusst sein. Leider nutzt der Feind unser Vergleichsdenken oftmals dazu, unsere Freude auf ein Minimum zu reduzieren. Diese Art von Vergleichsdenken ist einer der häufigsten Gründe, warum Menschen zu mir oder Anne in die Seelsorge kommen. Ständig geht es um dieses Thema. Und wie gesagt, auch Anne und ich stehen in der Gefahr, in diese Mühle hineinzugeraten. Vergleichsdenken ist grausam und niederschmetternd. Es will einem die Freude stehlen, damit man sich nur noch mit den kläglichen Überresten zufriedengibt.

Zufriedenheit ist die Begleiterscheinung positiver Umstände. Freude ist die Begleiterscheinung einer göttlichen Sicht der Dinge.

Was bringt einen dazu, ständig auf seine Umstände zu schauen? Vergleichsdenken. Es gibt dem Leben einen faden Beigeschmack und wirkt zerstörerisch, wie vieles andere auch. An folgende zehn Punkte wollen wir uns erinnern, wenn wir wieder einmal in Gefahr stehen, uns vergleichen zu wollen:

  1. Vergleichsdenken ist egoistisch: „Warum bekomme ich nicht so viel wie andere?“
  2. Vergleichsdenken ist ein Dieb. Es stiehlt einem die Freude an dem, was Gott einem selbst und anderen gegeben hat.
  3. Vergleichsdenken erhöht den Menschen und nicht Gott: „Wir schaffen das, um besser als andere zu erscheinen.”
  4. Vergleichsdenken ist eine faule Ausrede, um sich selbst nicht ändern zu müssen. Man hält Ausschau nach jemandem, der es lange nicht so weit gebracht hat, wie man selbst und schon ist die Ausrede perfekt: „Hey, wenigstens bin ich nicht, wie der da!“
  5. Vergleichsdenken ist oft Angst gesteuert. Man vergleicht sich selbst mit einem Ideal und kommt zu dem Ergebnis: „Ich werde es nie so können, wie sie oder er. Warum sollte ich es also versuchen?”
  6. Vergleichsdenken wirkt manipulierend. Wir setzen es gerne bei unserem Partner, unseren Kindern oder Freunden, etc. ein: „Ich vergleiche dich mit wem ich will, damit ich dich dahin bekomme, wo ich dich haben will.“
  7. Vergleichsdenken erstickt vieles schon im Ansatz. Damit dämpfen wir die Freude anderer über etwas, was sie geschafft haben, nur weil wir uns nicht mitfreuen können.
  8. Vergleichsdenken macht einen geistlich impotent. Wenn man bekannt dafür ist, durch sein Vergleichsdenken anderen die Freude an etwas zu nehmen und sie manipulieren zu wollen, kann man anderen nur schwer die Liebe Christi praktisch zeigen und sie für Christus gewinnen.
  9. Vergleichsdenken macht blind. Es vernebelt einem die Sicht und man kann Gottes Wahrheiten im eigenen Leben nicht mehr erkennen.
  10. Vergleichsdenken verurteilt oft andere, indem man ein Ideal erschafft, dem andere entsprechen sollen. Die Leute wissen dann oft gar nicht mehr, wie sie sich verhalten sollen, weil sie keine Ahnung haben, mit wem man sie innerlich vergleicht.

Geht achtsam mit eurem Leben um. Passt auf und lasst nicht zu, dass eure Lebensfreude auf eurem Weg mit Christus durch falsches Vergleichsdenken gedämpft wird. Wenn ihr euch unbedingt vergleichen wollt, sinnt über Psalm 86,8-10 nach:

„Kein anderer Gott ist wie du, Herr; niemand kann tun, was du tust! Du hast alle Völker geschaffen. Sie werden zu dir kommen, sich vor dir niederwerfen und dich verehren. Denn du bist groß und mächtig, ein Gott, der Wunder tut; nur du bist Gott, du allein! (Hfa)

Dave Barringer ist Hauptpastor der First Assembly in Portage, Michigan. http://kfirst.org/ Blog: http://pdave.me/