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Sieben Dinge, die ich gerne gewusst hätte, bevor ich meinen Dienst als geistlicher Leiter angetreten habe!

Wenn du ein geistlicher Leiter bist, hast du wahrscheinlich schon einmal zu dir selbst gesagt: „Ich hatte keine Vorstellung davon, wie es wirklich sein würde.“

Ich kann dir nicht sagen, wie oft ich dachte: „Ich wünschte, das hätte mich jemand in der Bibelschule gelehrt.“

Versteh mich nicht falsch! – Ich bin außerordentlich dankbar für meine Zeit im geistlichen Dienst. Nach neunzehn Jahren wache ich nahezu jeden einzelnen Tag dankbar auf, diesen Dienst tun zu dürfen und starte voller Begeisterung in den Tag.

Aber das Wort „nahezu“ bedeutet, dass es Tage gibt, an denen ich denke: „Was ist denn los? Dafür habe ich mich nicht gemeldet.“ Und auch an meinen guten Tagen finde ich immer wieder Dinge, die ich noch lernen muss, was ich nie erwartet habe.

Für diejenigen, die noch vor ihrem Eintritt in den geistlichen Dienst stehen oder in den Anfängen, wollen wir die Sache jetzt etwas beschleunigen.

Und das wird möglicherweise auch jenen von uns helfen, die schon eine Weile dienen, aber trotzdem immer noch bereit sind für ein paar Insider-Hilfen.

  1. Dein Charakter wird mehr geprüft werden als deine Kompetenz.

Der Weg ist übersät mit Leichen von geistlichen Leitern, die extrem begabt waren, aber auf Grund von Sex, Geld, Macht oder anderen Formen von Versagen ihren Dienst verloren.

Im geistlichen Dienst wird dein Charakter mehr geprüft werden als deine Kompetenz.

Es ist großartig, Fertigkeiten zu entwickeln, aber das ist auch einfacher als seinen Charakter zu formen.

Wenn du auf Dauer in deinem Dienst als geistlicher Leiter bleiben willst, braucht es ständiges Formen und Verfeinern deines Charakters.

  1. Menschenführung ist schwieriger als Griechisch zu lernen.

In der Bibelschule musste ich Alt-Griechisch lernen. Es war schwierig, aber trotzdem gewann ich den Preis dafür in meiner Klasse.

Wenig wusste ich davon, wieviel schwieriger es werden würde, Menschen zu führen, als eine alte Sprache zu lernen. Trotzdem hatten wir nicht einmal eine einzige Stunde in Menschenführung. Nichts, wie man Versammlungen, Teams, Mitarbeiter, Gremien, usw. leitet.

In der Tat bestehen gute Chancen, dass deine herausforderndste Aufgabe als geistlicher Leiter sein wird, Menschen zu leiten – in ihrer Beziehung zu Jesus, aber auch bei ihrer Arbeit Seite an Seite für einen gemeinsamen Auftrag.

Das ist einer der Gründe, warum ich diesen Blog schreibe. Um mir dabei zu helfen, ein besserer Leiter denn je zuvor zu werden und hoffentlich gilt das auch für dich.

  1. Strategie ist genauso wichtig wie Vision und Auftrag.

Ich weiß, dass Vision und Auftrag wichtig sind, aber Strategie ist dort, wo der wirkliche Erfolg beginnt und die Vision zurückweicht.

Auftrag und Vision stoßen auf allgemeines Einverständnis (Gott zu lieben, Menschen zu lieben, die Welt zu verändern). Das ist aber nicht so bei Strategie (und wir werden diese Musik spielen oder unsere Programme auf diese Art verändern).

Viele Leiter denken gar nicht viel nach über Strategien und wenn sie es tun, drücken sie sich nicht verständlich genug aus.

Ich habe jahrelang als Leiter gedient, ohne zu erkennen, wie kraftvoll eine gute Strategie sein kann, und wie sie trennen, aber auch verbinden kann.

  1. Weil du Gott liebst, wirst du verleitet werden, deine Familie zu betrügen.

Ich meine damit nicht, eine Affäre zu haben (obwohl das viel zu oft auch im geistlichen Dienst passiert). Ich meine mit Betrügen das Stehlen von Zeit und Zuwendung für deine Familie.

Ich brauchte einige Jahre, um zu erkennen, dass ich fälschlicherweise glaubte, Nein zur Arbeit zu sagen, würde bedeuten, Nein zu Gott zu sagen. Meine Familie musste warten, wenn „der Ruf Gottes“ winkte.

Gott mag dich wohl in den Dienst berufen haben, aber er hat dich auch in deine Familie gerufen.

Indem du deine Familie um des Dienstes willen betrügst, lässt du gleichzeitig deinen Dienst im Stich.

Nein zum Dienst zu sagen, bedeutet, Nein zur Arbeit zu sagen. Es bedeutet nicht, Nein zu Gott zu sagen.

  1. Mentoren sind nicht optional.

Es gab immer etwas in mir, das sagte: „Du kannst das selbst herausfinden.“

Hätte ich diese Stimme bloß früher bekämpft!

Geistlicher Dienst (und Leben) sind komplex genug, dass ich wünschte, jemand hätte mir gesagt, dass Mentoren nicht optional, sondern dringend notwendig sind.

Glücklicherweise habe ich heutzutage mehr als nur einige Mentoren in meinem Leben. Ich wünschte mir nur, dass ich sie schon früher gehabt hätte.

  1. Nur weil deine Organisation wächst, heißt das nicht, dass du mehr tun solltest.

Meine Standardannahme war, dass wir mehr tun würden,  wenn wir mehr Geld, Leute, Möglichkeiten, … hätten.

Als unsere Gemeinde zu wachsen begann, stieg auch die Zahl unserer Programme –Programme, die wir im Rückblick rein willkürlich hinzufügten. Aber sie brachten die Leute nicht weiter.

Es war ein Fehler.

Nach ungefähr zehn Jahren im meinem Dienst als Leiter überdachten wir das alles neu und gingen durch den schmerzlichen Prozess, viele dieser Programme stillzulegen.

Wir setzten den Leuten (in unserem Fall Kleingruppen) ein bestimmtes Ziel  und schufen Schritte, dieses Ziel zu erreichen. Und wir entschlossen uns, weniger zu tun, das aber dafür gut.

Als Ergebnis erreichten wir mehr Menschen als je zuvor und mit größerer Wirksamkeit. Es hat nur länger gedauert, als mir lieb war.

Wenige Dinge im Leben sind so kraftvoll wie ein gesetztes Ziel.

  1. Ausdauer wird unterbewertet.

Geistlicher Dienst ist nicht einfach. Viel zu viele Leute verlassen ihren Dienst, bevor ihre Berufung endet.

Ich bin so dankbar, dass ich  die vielen Male, wo ich versucht war aufzugeben, es nicht getan  habe.

Das ist nicht nur im geistlichen Dienst so, sondern auch im Leben, in Freundschaft und Ehe.

Ironischerweise sind die meisten Leute genau dann versucht aufzugeben, wenn sie nur mehr kurz vor dem entscheidenden Durchbruch stehen. Wären sie geblieben, hätten sie vielleicht die Frucht von Jahren intensiver Arbeit gesehen.

Aber natürlich ist es manchmal wirklich Zeit zu gehen.

Das sind also sieben Dinge, die ich gerne gewusst hätte, bevor ich meinen Dienst als geistlicher Leiter begann.

Wie steht es mit dir? Was hättest du dir gewünscht, dass es dir jemand gesagt hätte?

Hier kann man den Originalartikel lesen!

Carey Nieuwhof ist Hauptpastor in der Gemeinde Connexus Community in Toronto, Kanada. Zusätzlich spricht er auf Konferenzen und in Gemeinden über Leiterschaft, Familie, Elternschaft und persönliche Erneuerung. Besuche Carey auf www.careynieuwhof.com.