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„Eine unmissionarische Gemeinde ist so absurd wie ein ständig geschlossenes Postamt: Sie verfehlt ihren Auftrag.“ (Hans-Hermann Pompe)

„Daraufhin suchten wir unverzüglich nach einer Gelegenheit zur Überfahrt nach Mazedonien; denn wir waren überzeugt, dass Gott selbst uns durch diese Vision` dazu aufgerufen hatte, den Menschen dort das Evangelium zu bringen.“ (Apg. 16,10 NGÜ)

Ich erlebe gerade hautnah die letzten Worte von Apostelgeschichte 2,17: „… und eure Alten sollen Träume haben.“ Ich träume fast jede Nacht, aber viele meiner Träume sind ziemlich konfus und verwirrend. Manchmal erzähle ich Mechthild beim Frühstück davon, und sie hat mir schon einige Male gesagt: „Paul, vielleicht solltest du dir einen Termin bei einem Psychoanalytiker holen.“ Meine Antwort: „Nun, vielleicht eines Tages?“

Aber kürzlich hatte ich einen Traum, der vom Himmel gefallen zu sein schien. Ich war so tief bewegt und inspiriert, dass ich mitten in der Nacht aufstand, mein I-Pad hervorholte und alles aufschrieb, von dem ich spürte, dass der Herr es nicht nur mir, sondern uns allen sagt, die wir während der Corona-Zeit beunruhigt und herausgefordert sind.

Die Zusammenfassung in meinen Worten lautet: „Hört auf, passiv herumzusitzen und tut endlich etwas! Plant eine neue Gemeinde, ruft einen neuen Campus oder einen neuen Hauskreis ins Leben oder gründet einen neuen Ministry.“

Du und ich wissen, dass es viele Städte, größere Dörfer oder Regionen in unserer Umgebung gibt, die weder eine bibeltreue Gemeinde noch Hauskreise haben.

Manchmal ärgert es mich sehr, wenn ich sehe, dass die meisten Gründer und Missionare lieber in die aufregenden, „hippen“ großen Städte wie Zürich, Berlin, Wien oder wo auch immer gehen, während es kaum jemanden in die kleineren Kreisstädte oder ländliche Regionen zieht, die alles andere als „hip“ sind. Aber in diesen Städten, Dörfern und Regionen gibt es viele Tausende von Menschen, die verloren gehen werden, wenn sie nicht die rettende Botschaft von Jesus hören. Carl Henry schrieb: „Die Gute Nachricht ist nur eine gute Nachricht, wenn sie rechtzeitig ankommt!“

Versteh mich nicht falsch – mir ist klar, dass es auch in unseren Großstädten Tausende Menschen gibt, die Jesus brauchen, aber dort gibt es immer eine Vielzahl kleiner und großer Gemeinden, die missional denken und handeln.

Die folgenden Worte von Paulus bringen es für mich auf den Punkt: „Mein Bestreben war immer, die Botschaft da zu verkünden, wo der Name von Jesus Christus noch nicht bekannt war, und nicht auf dem Fundament aufzubauen, das schon ein anderer gelegt hat.“ (Römer 15,20 NLB)

Ob du es glaubst oder nicht – ich habe schon Pastoren und Leiter sagen hören: „Hör auf, über Gemeindegründung zu reden. Das Thema ist überbewertet und regt mich auf.“

 

Aus meiner persönlichen Erfahrung weiß ich sehr gut, welche riesigen Herausforderungen es mit sich bringt, ohne oder mit nur wenig Unterstützung anderer Christen etwas Neues aufzubauen. Hier ist man wirklich gezwungen, „im Glauben zu leben und nicht im Schauen“.

Deshalb lass mich ganz praktisch erklären, wie wir vorwärtsgehen und in den Städten, den Dörfern und den Regionen, in denen es kaum ein öffentliches christliches Zeugnis gibt, etwas Neues beginnen können:

Schritt 1: Gebet versetzt nicht nur Berge, sondern kann uns auch die Augen für Dinge öffnen, die wir mit unseren natürlichen Augen nicht sehen können. Am Anfang steht immer das Gebet. Es ist die Voraussetzung dafür, dass wir etwas Neues ins Leben rufen können.

Schritt 2: Mach dir eine Liste von den Städten und Dörfern oder Regionen in deiner Umgebung, in denen etwas Neues entstehen soll, und bete für sie. Dabei spielt es keine Rolle, ob du dort arbeitest oder nicht. Du hast die wichtige Aufgabe, den Boden für das Evangelium durch Gebet „weicher“ zu machen. Und, wer weiß, vielleicht bist du überhaupt die erste Person, die für die Menschen dort betet? Als Gemeindegründer bin ich immer wieder überrascht, wenn ich erfahre, dass in den Städten, in die ich gegangen bin, mir meist unbekannte Menschen jahrelang dafür gebetet haben, dass dort eine Gemeinde oder eine christliche Initiative entsteht.

Schritt 3: Geh mit einem anderen Pastor oder vielleicht auch zwei oder drei anderen Menschen an den Ort, an dem etwas entstehen soll, und betet einfach. Ihr könnt einen Kaffee trinken gehen und spontan mit den Menschen reden. Wer weiß, vielleicht werdet ihr mit Menschen beten und jemanden wie Lydia kennenlernen (siehe Apostelgeschichte 16,14). Ich hatte im Lauf der Jahre das Privileg, in Städte und Dörfer zu gehen und genau das zu tun, und heute gibt es an einigen dieser Orte Gemeinden, die das Evangelium predigen und Menschen zu Jesus führen.

Schritt 4: Nimm die Sache ernst. Da muss eine Dringlichkeit sein, etwas Neues entstehen zu lassen. Auch hier ist Paulus unser Vorbild: „… denn ich muss es tun. Und wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht predigte!“ (1.Korinther 9,16b). Lass uns ein Treffen in der Gemeinde organisieren, bei dem wir einfach für die Städte und Dörfer in unserer Umgebung beten. Wir müssen ausharren und Gott im Gebet suchen. Auch wenn wir nicht sofort etwas Neues beginnen, bringen wir die verlorenen Menschen durch unsere Fürbitte näher zu Gott. Wir sollten Gebetsgruppen oder einzelne Personen, die wir kennen, dazu ermutigen, ganz konkret für die Menschen zu beten, an deren Wohnort es kaum ein christliches Zeugnis gibt.

Schritt 5: Fang einfach an! Es spielt keine Rolle, ob wir uns nur einmal im Monat oder öfter in einer Gegend, einem Haus oder einem Bürgerzentrum treffen. Irgendwann müssen wir zur Tat schreiten und uns offiziell an dem Ort treffen, an den Gott uns führt. Es gibt unendliche Möglichkeiten, wie ein solches Treffen oder eine solche Veranstaltung aussehen kann. Hier sollte sich jeder vom Heiligen Geist führen und leiten lassen.

Rusty Railey schreibt: „Goliath fiel nicht, bevor David nicht den Stein aufhob und schleuderte. Die Goldmünzen waren nicht da, bevor Petrus nicht fischen ging. Das Wasser floss nicht, bevor Mose nicht auf den Felsen schlug. Die Mauern Jerichos fielen nicht, bevor die Israeliten sie nicht umrundet hatten. Petrus ging nicht auf dem Wasser, bevor er aus dem Boot stieg. Glaube erfordert Aktion.“

Es gefällt mir sehr, wie Paulus die Christen in Thessaloniki beschrieben hat: „So seid ihr für die Christen in ganz Mazedonien und in der Provinz Achaja zum Vorbild geworden. Aber nicht nur dort hat sich die Botschaft des Herrn durch euch verbreitet, auch an allen anderen Orten spricht man von eurem Glauben, so dass wir darüber nichts mehr berichten müssen.“ (1 Thess. 1, 7-8 HFA)

Wollen wir als Gemeinde auf dieselbe Weise in unserer Region bekannt werden? Lasst uns nicht darauf warten, dass ein anderer tut, was Gott uns ans Herz gelegt hat. Wir tragen Verantwortung und sind dazu berufen, uns um die Orte zu kümmern, an denen Menschen leben, die noch nicht von Jesus gehört haben.

Sei stark! Sei mutig!

Paul

PS Im Hinblick auf das Thema „Gemeindegründung“ möchte ich dir das Buch Church Planting in the Secular West: Learning from the European Experience von dem holländischen Theologen Stefan Paas empfehlen. Hier findest du einige Aussagen von Stefan, die auf Deutsch übersetzt wurden.

Noch eine Anmerkung: Leider ist uns im Juli-E-Letter ein Fehler unterlaufen – der Bericht über das „Live-Forum“ mit Friedhelm Holthuis wurde von Lucia Rempel verfasst, nicht wie versehentlich angegeben von Lucia Rampel.

Ich hoffe, die drei Beiträge von Carey Nieuwhof, Karl Vaters und Rob Ketterling werden dich ermutigen. Fühle dich frei, den ein oder anderen Beitrag an dein Mitarbeiterteam weiterzuleiten.


Die womöglich unangenehmste Wahrheit in der Leiterschaft der Gemeinde von heute

Karl Vaters


Hätte mir bloß jemand diese 7 Dinge gesagt, bevor ich den Dienst als geistlicher Leiter angetreten habe

Carey Nieuwhof


8 Tipps, wie du in einem Team Einheit erreichst

Rob Ketterling


Aussagestarke Zitate

Wenn Du möchtest, dass etwas eine Jahreszeit überdauert, dann pflanze eine Blume. Wenn Du möchtest, dass etwas eine Lebenszeit überdauert, dann pflanze einen Baum. Wenn Du möchtest, dass etwas eine Ewigkeit überdauert, dann pflanze eine Gemeinde. (Unbekannt)

Nach 30 Jahren im erfolgreichen pastoralen Dienst in Luzern hat Peter Stark dieses Zitat an seinen Nachfolger Andy Owen weitergegeben: „Tradition ist nicht Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“

Wenn wir Zynismus und Sarkasmus hören, sollte es uns zum Mitleid bewegen. Es ist die Sprache eines Herzens, dessen Vertrauen, Optimismus und Hoffnung zerbrochen und verletzt worden sind. (J. P. Dorsey)

Viele von uns gehen am Sonntag in die Gemeinde. Manche von uns hatten eine gute Woche, manche eine schlechte. Einige von uns schliefen gut, einige schlecht. Manche von uns hatten Zeit für einen Kaffee zwischendurch, manche nicht. Also werden es einige von uns leichter finden den Sonntag „wirklich zu lieben“, während es anderen schwerer fallen wird. (Unbekannt, siehe Johannes 13,34-35)