„Das Vergleichen ist der Dieb der Freude“ (Theodore Roosevelt)

Ich habe den größten Teil meines Lebens damit gekämpft, mich mit anderen vergleichen zu müssen. Normalerweise schiebe ich das auf die Tatsache, dass ich einen Zwillingsbruder habe, der zwölfeinhalb Zentimeter größer ist und viel breitere Schultern hat als ich. Aber wenn ich ehrlich bin, ist der Grund wahrscheinlich einfach ein Charakterfehler, der irgendwo tief in meinem Herzen verborgen ist.

Ich habe mich, solange ich denken kann, mit anderen verglichen. Zuerst in der Schule und beim Sport. Als ich älter wurde, fing ich an, meine Vergleiche auf andere Kriterien zu verlegen: Die berufliche Position, die Höhe des Einkommens, die Größe des Hauses und weltliche Erfolge.

Ich habe festgestellt, dass es eine unendliche Zahl von Kategorien gibt, anhand derer wir uns mit anderen vergleichen können, und eine fast unendliche Zahl von Menschen, die sich dafür anbieten. Und angesichts der Flut von Posts in den Sozialen Medien ist es heute leichter denn je, immer jemanden zu finden, der „besser“ ist als wir, was nur dazu führt, dass wir uns schlecht fühlen.

Wenn wir erst einmal damit angefangen haben, finden wir nie ein Ende.

Die Neigung, uns mit anderen zu vergleichen, ist so menschlich wie jede andere Emotion. Sicher bin ich mit meinen Erfahrungen nicht allein. Aber das ist eine Entscheidung, die uns die Freude raubt. Und es ist eine Gewohnheit, die zahlreiche Nachteile mit sich bringt:

  • Vergleiche sind immer unfair. Normalerweise vergleichen wir das Schlechteste, was wir von uns kennen, mit dem Besten, das wir von anderen annehmen.
  • Vergleiche erfordern per definitionem Messgrößen. Aber nur ein Dummkopf glaubt, dass alles Gute gezählt (oder gemessen) werden kann.
  • Vergleiche berauben uns kostbarer Zeit. Uns allen stehen jeden Tag 86.400 Sekunden zur Verfügung. Wenn du auch nur eine davon dafür benutzt, dich oder deine Errungenschaften mit denen anderer zu vergleichen, ist das eine Sekunde zu viel.
  • Du bist zu einzigartig, um dich fair zu vergleichen. Deine Gaben und Talente, deine Erfolge und Leistungen sowie dein Wert sind einzig und allein dir und deiner Aufgabe in dieser Welt vorbehalten. Sie lassen sich niemals angemessen mit jemand anderem vergleichen.
  • Du hast nichts zu gewinnen, aber viel zu verlieren. Zum Beispiel deine Würde, deinen Schwung und deine Leidenschaft.
  • Die Möglichkeiten für Vergleiche haben kein Ende. Du kannst die Gewohnheit des Vergleichens nicht überwinden, indem du Erfolge erzielst. Es wird immer etwas – oder jemanden – geben, der noch besser ist als du.
  • Vergleiche richten den Fokus auf die falsche Person. Es gibt nur ein einziges Leben, das du kontrollieren kannst – deines. Aber wenn wir uns ständig mit anderen vergleichen, verschwenden wir kostbare Energie damit, uns auf das Leben anderer Menschen zu konzentrieren, statt auf unser eigenes.
  • Vergleiche enden oft in Groll. Groll gegen andere und gegen uns selbst.
  • Vergleiche berauben uns unserer Freude. Sie fügen unserem Leben keinen Wert, keine Bedeutung oder Erfüllung hinzu. Sie lenken uns nur davon ab.

Die negativen Auswirkungen von Vergleichen sind groß und weitreichend. Wahrscheinlich hast auch du schon viele von ihnen in deinem Leben erfahren (oder tust es gerade).

Wie gelingt es uns nun, uns von der Gewohnheit des Vergleichens zu befreien?

Wie kannst du aufhören, dich ständig mit anderen zu vergleichen? Hier sind einige nützliche Tipps, die wirklich gut funktionieren:

  • Sei dir der negativen Auswirkungen bewusst. Achte auf die schädlichen Auswirkungen, die es auf dein Leben hat, wenn du dich mit anderen vergleichst. Lege diese Gewohnheit ganz bewusst ab, um den Schaden abzuwenden, den diese Geisteshaltung dir zufügt.
  • Achte auf deine Erfolge. Ob du nun Schriftsteller, Musiker, Doktor, Landschaftsgärtner, Mutter oder Schüler bist – du hast aufgrund deiner einzigartigen Erfahrungen und deiner einzigartigen Talente eine einzigartige Perspektive. Du hast die Fähigkeit zu lieben, zu dienen und einen Beitrag zu leisten. Du hast alles, was du brauchst, um in deinem kleinen Bereich der Welt etwas Gutes zu bewirken. Während diese Gelegenheit direkt vor dir liegt, rufe dir deine Erfolge aus der Vergangenheit ins Gedächtnis zurück. Lass dich von ihnen dazu motivieren, noch mehr zu erreichen.
  • Strebe nach den größeren Dingen im Leben. Einige der größten Schätze in dieser Welt sind vor unseren Augen verborgen: Liebe, Demut, Empathie, Selbstlosigkeit, Großzügigkeit. Für diese höheren Werte gibt es kein Maß. Strebe sie vor allem anderen an und distanziere dich vollständig davon, wie die Gesellschaft Erfolg definiert.
  • Vergleiche weniger und schätze mehr. Es mag Zeiten geben, in denen es angemessen ist, Vergleiche anzustellen, aber unsere Lebenszeit gehört nicht dazu. Wir alle wurden in exakt diesem Moment auf exakt diesen Planeten gebracht. Und je früher wir aufhören, miteinander zu wetteifern, um zu „gewinnen“, umso schneller können wir anfangen zusammenzuarbeiten. Der erste und wichtigste Schritt, um die Gewohnheit des Vergleichens zu überwinden, besteht darin, die Beiträge von anderen zu schätzen und sie zu loben.
  • Sei dankbar. Dankbarkeit zwingt uns das Gute zu erkennen, das wir bereits in unserer Welt haben.
  • Mach dir bewusst, dass niemand vollkommen ist. Während die Konzentration auf das Negative selten so hilfreich ist wie die Konzentration auf das Positive, ist es auch wichtig, sich bewusst zu machen, dass niemand perfekt ist und niemand ein problemloses Leben führt. Ein Triumph erfordert ein Hindernis, das überwunden wird. Und jeder muss seine eigenen Hindernisse bewältigen, ob deine Beziehung zu jemandem nun eng genug ist, dass du davon weißt, oder nicht.
  • Mach einen Spaziergang. Wenn du das nächste Mal feststellst, dass du dich mit anderen vergleichst, steh auf und verändere deine Umgebung. Mach einen Spaziergang – wenn auch nur bis zum anderen Ende des Raums. Lass zu, dass die Veränderung deiner Umgebung eine Veränderung deines Denkens herbeiführt.
  • Finde Inspiration, ohne Vergleiche anzustellen. Unser Leben mit dem Leben anderer zu vergleichen, ist dumm. Aber sich von anderen inspirieren zu lassen und von ihnen zu lernen, ist absolut weise. Arbeite hart daran, den Unterschied zu erkennen. Stelle den Menschen, die du bewunderst, demütig Fragen oder lies zu deiner Inspiration Biografien. Wenn du ständig den Drang hast, zu vergleichen, achte darauf, welche Haltung eine positive Veränderung herbeiführt und welche dich negativ beeinflusst.
  • Vergleiche dich mit dir selbst. Wir sollten danach streben, die bestmögliche Version unserer selbst zu sein – nicht nur für uns selbst, sondern auch, um anderen die größtmögliche Hilfe und Unterstützung bieten zu können. Setze alles daran, dich in körperlicher, emotionaler und geistlicher Hinsicht gut um dich zu kümmern. Mach es dir zum Ziel, jeden Tag ein kleines bisschen zu wachsen. Und lerne, die kleinen Fortschritte, die du machst, zu feiern, ohne dich mit anderen zu vergleichen.

Da das Vergleichen so viele negative Auswirkungen mit sich bringt, ist es eine Schande, dass wir es überhaupt je tun. Aber für die meisten von uns ist es ein realer Kampf. Glücklicherweise muss das nicht so sein. Und die Freiheit, die wir finden, wenn wir weniger Vergleiche anstellen, ist unsere Mühe absolut wert.

Hör auf, dich mit den Glanzleistungen aller anderen zu vergleichen.

Hier findest du den Originaltitel!

 

Joshua Becker ist der Autor der Bestseller The More of Less und The Minimalist Home. Er ist in den USA auf zahlreichen Medien zu sehen.

 Hier kannst du einen Beitrag zum Thema Erfolg kontra Vergleichsdenken lesen, den Paul Clark vor einigen Jahren verfasst hat.