Die Leitung einer Gemeinde ist nicht einfach. Sie kann dich auslaugen. Ich würde sagen, dass die Arbeit im Gemeindedienst im Vergleich zu anderen Berufen besonders hart ist. Der Gemeindedienst vermischt unser Berufs- und Privatleben.
Sozialwissenschaftler sagen, dass wir alle drei Räume in unserem Leben brauchen: unser Zuhause, unsere Arbeit und unseren soziales Umfeld.
Für die meisten Christen ist dieser soziales Umfeld oft die Gemeinde. Aber wir als Pastoren und Leiter haben keinen dritten Raum, weil unsere Arbeit und unser soziales Umfled derselbe sind. Noch komplizierter wird es, wenn man in einem Wohnhaus von der Gemeinde wohnt.
Was macht man also? Wie schafft man eine gesunde Work-Life-Balance und lebt gleichzeitig seine Berufung aus? Wie verhindert man, dass der Dienst alles in deinem Leben einnimmt und man am Ende seine Freunde, seine Familie und vielleicht sogar seinen Glauben verliert?
Als Pastor, der seit über 17 Jahren im Dienst steht, kenne ich diese Herausforderung. Ich habe Tage, Wochen und Monate erlebt, in denen ich nur ins Bett gegangen bin, um wieder aufzustehen. Ich habe den Schmerz gespürt, wenn mein Kind um meine Aufmerksamkeit bettelte, während ich mich dem Dienst widmete. Ich habe die Spannung gespürt, wenn ich entscheiden musste, wofür ich meine Zeit opfern und wann ich Nein sagen sollte.
Um deine Zeit im Leitungsdienst aufrechtzuerhalten, musst du Grenzen setzen. Das wird einige Leute verärgern. Andere werden enttäuscht sein. Aber der Dienst sollte in deiner Prioritätenliste hinter deinem Glauben und deiner Familie stehen. Wenn du Grenzen setzt, egal was andere denken, hilft dir das, all diese Prioritäten im Blick zu behalten.
Hier sind also drei Grenzen, die ich gesetzt habe, um meine Prioritäten im Blick zu behalten und zu verhindern, dass der Dienst mein Leben bestimmt.
1 Schalte ab!
Deine Arbeit wird immer so viel Zeit in Anspruch nehmen, wie du ihm gibst, und das gilt auch für den Dienst. Wenn du nach Feierabend E-Mails beantwortest, Anrufe entgegennimmst, SMS schreibst oder Inhalte erstellst, lässt du zu, dass der Dienst dein Leben bestimmt.
Ich sage nicht, dass du diese Dinge nie tun sollst. Hirtendeinst hält sich nie an die Arbeitszeiten von 9 bis 17 Uhr. Es ist deine Aufgabe, da zu sein.
Aber es gibt andere Zeiten, oder besser gesagt, die meiste Zeit, in der diese eine letzte Aufgabe bis morgen warten kann. Wir reden hier über die Ewigkeit, aber nicht über Leben und Tod. Es kann warten.
Ich habe die schlechte Angewohnheit, mich in ein Projekt zu stürzen und es dann bis zum Ende durchziehen zu wollen. Ich sag, es ist schlecht, weil ich diese Projekte um 16 Uhr anfange, obwohl ich eigentlich um 17 Uhr nach Hause gehen sollte. Aber aus 17 Uhr werden 17:30 Uhr, dann 18 Uhr, dann noch später.
Ich weiß, dass es schlecht ist, wenn meine Frau anruft und fragt, wann ich nach Hause komme.
Also habe ich auf meinem Handy einen täglichen Alarm mit der Aufschrift „Nach Hause gehen” eingestellt. Ich gebe zu, manchmal drücke ich die Schlummertaste, aber meistens schließe ich meinen Laptop, stehe auf und gehe zur Tür hinaus. Was auch immer ich gerade gemacht habe, kann bis morgen warten.
Weil ich das so mache, ist es nur eine Ausnahme, wenn ich doch mal länger bleiben muss. Die Leute in deiner Gemeinde brauchen dich. Aber deine Familie braucht dich noch mehr. Deine Gemeinde kann einen anderen Pastor finden. Deine Familie kann keine andere Mutter oder keinen anderen Ehemann finden.
Also, schenk deiner Familie deine Zeit und Aufmerksamkeit, das zahlt sich viel mehr aus, als diese eine letzte E-Mail zu verschicken.
2 Nimm dir eine Auszeit!
Ich bekomme immer seltsame Blicke, wenn ich Leuten erzähle, dass ich am Wochenende arbeite. Die meisten Leute ordnen den Dienst nicht dieser Kategorie zu, aber es ist wahr.
Sonntage sind unsere wichtigsten Tage der Woche. Ich merke mir die Monate anhand der Sonntagsdaten. Es ist für mich viel einfacher, an einem Treffen am Donnerstag teilzunehmen als am Sonntagnachmittag. Das gehört einfach zu meine Verantwortung dazu.
Das Problem ist, dass die Kultur sagt, dass Sonntag ein freier Tag ist. Wenn wir in den Dienst treten, versuchen wir, ihn auch so zu behandeln. Aber das geht nicht. Wir müssen einen anderen Tag finden, um den Sabbat zu halten.
Zu Beginn meiner Arbeit als Pastor habe ich den Fehler gemacht, meinen „freien Tag” als einen weiteren Tag zu nutzen, um zusätzliche Aufgaben zu erledigen. Die Leute waren nicht im Büro, sodass ich mich konzentrieren konnte. Außerdem war es Montag, sodass ich einen Vorsprung für die Woche hatte, bevor alle Anforderungen meiner Arbeit als Pastor einsetzten.
Sieben Tage die Woche zu arbeiten, ohne jemals einen Tag frei zu nehmen, wurde zu einem großen Problem. Ich arbeitete jeden Tag bis spät in die Nacht. Meine einzige Entspannung war ein Nickerchen am Sonntagnachmittag, bei dem ich vor Erschöpfung zusammenbrach.
Das Ergebnis war, dass ich nach drei Monaten ausgebrannt war. Auf meinem Weg der Heilung zeigte mir Gott, wie wichtig es ist, freien Tag zu halten. Ich nahm diese Disziplin in mein Leben auf. Und nach fast 20 Jahren kann ich sagen, dass mein Leben so viel besser und gesünder ist.
Mein Sabbat oder freien Tag hat sich im Laufe der Jahre verändert. Er war mal montags, mal freitags und, als ich zwei Jobs hatte, samstags. An diesem Tag mache ich Hausarbeiten, verbringe Zeit mit meiner Familie und bin einfach ich selbst.
Am Anfang ist es schwer. Und ehrlich gesagt gibt es Zeiten, in denen ich dagegen verstoße, genauso wie gegen die 17-Uhr-Regel. Aber das sind Ausnahmen, und ich versuche, diese Zeit an anderen Tagen in der Woche nachzuholen.
Selbst wenn du zwei Berufe hast, ist das möglich. Ich habe Mathematik unterrichtet und gleichzeitig als Hilfspastor in einer Gemeinde gearbeitet. Es war schwer. Meine 17-Uhr-Regel hat nicht funktioniert, aber ich habe meinen freien Tag eingehalten. Ich habe einige Leute enttäuscht, aber mein Glaube, meine Familie und meine Gesundheit waren es wert.
Deine auch.
3 Finde andere Interessen!
Wie ich am Anfang dieses Beitrags gesagt habe, fehlt uns in den Hirtendienst unser dritter Raum. Also müssen wir uns einen schaffen. Das Schwierige daran ist, dass wir oft versuchen, unsere Hobbys in Gelegenheiten für den Gemeindedienst zu nutzen.
Wir melden uns im Fitnessstudio an und wollen dort alle missionieren. Wir fangen an zu golfen oder zu häkeln und wollen das als kleine Gruppe nutzen. Wir lernen neue Dinge wie Schreiben oder Fotografieren und schon sind wir für das Marketing der Gemeinde verantwortlich.
Nichts davon ist schlecht. Aber du musst Dinge finden, die nichts mit der Gemeinde zu tun haben. Etwas, bei dem du einfach du selbst sein kannst. Wo die Leute dich nicht als Pastor Soundso kennen. Wo die Leute keine Ahnung haben, wer du bist, und es ihnen auch egal ist.
Für mich sind das Joggen und Videospiele. Ich versuche nicht, eine kleine Joffengruppe zu gründen oder eine christliche Gaming-Session zu streamen. (Beides habe ich schon gemacht.) Ich lebe einfach mein Leben und mache das, was ich liebe.
Was sind einige Dinge, die du gerne machst, die nichts mit deiner Arbeit in der Gemeinde zu tun haben?
Schaffe dir Raum und Zeit, um diese Dinge zu tun. Mach sie nach 17 Uhr oder an deinem freien Tag. Sag Nein zur Aufgaben in der Gemeinde, damit du Ja zu diesen Dingen sagen kannst. Du wirst dadurch ein erfüllteres und reichhaltigeres Leben haben.
Wir folgen Jesus mit unserem ganzen Leben. Aber als Pastor oder Leiter kann man leicht in die Arbeit den Gemeindedienst verfallen und seine Beziehungen vergessen. Grenzen zu setzen hilft dir, deine Prioritäten im Blick zu behalten. Vielleicht musst du sie von Zeit zu Zeit verändern, aber lass das die Ausnahme sein, nicht die Regel.
Wenn du das tust, wirst du feststellen, dass du viel länger in der Gemeindearbeit durchhalten und die Früchte eines erfüllten Lebens im Dienst unseres Herrn Jesus ernten kannst.
Hier kannst du den Originalartikel lesen
David Reneau ist zusammen mit seiner Frau Liz und seinem Sohn Caleb leitender Pastor der Encounter Church in Toccoa, Georgia. Hier kannst du Davids Website besuchen, auf der viele Ressourcen für den kirchlichen Dienst zur Verfügung stehen.