„Man kann ein schönes Picknick planen, aber das Wetter kann man nicht vorhersagen.“ (Unbekannt)
“Eines aber wissen wir: Alles trägt zum Besten derer bei, die Gott lieben; sie sind ja in Übereinstimmung mit seinem Plan berufen.“ (Römer 8,28 NGÜ)
„Bei der Vorbereitung auf eine Kampfhandlung habe ich immer festgestellt, dass Pläne nutzlos sind, aber Planung unverzichtbar ist.“ (Dwight D. Eisenhower)
Wenn ich über mein eigenes Leben und meinen Dienst nachdenke und mit vielen Gemeindeleitern persönlich spreche, ist es erstaunlich, wie viele Dinge anders laufen als geplant. Als ich im „Mittelalter“ mein Studium begann, war es mein Ziel, Anwalt zu werden und schließlich in die Politik zu gehen. Das kam ganz anders, denn mitten im Studium entschied ich mich für ein einjähriges Praktikum bei Teen Challenge in Deutschland. Aus diesem geplanten Jahr wurden vier Jahre! Während meiner prägenden Zeit bei Teen Challenge empfing ich die Berufung zum pastoralen Dienst, lernte Deutsch und heiratete dann Mechthild in Wiesbaden. Das lief viel besser als geplant!

Oftmals laufen die Dinge für uns im Gemeindedienst nicht so gut. Mike Tyson, der ehemalige Schwergewichts-Champion, hat mal gesagt: „Jeder hat einen guten Plan, bis er einen Schlag ins Gesicht bekommt.“ Hoffentlich hat das keiner von uns wörtlich erlebt, aber vor vielen Jahren haben etwa 20 Menschen, die ich liebte und denen ich mich verbunden fühlte, ohne ersichtlichen Grund unerwartet die Gemeinde verlassen, die ich damals leitete. Das fühlte sich wie ein Schlag ins Gesicht an.
Viele von euch wissen, dass wir seit etwa drei Jahren versuchen, eine Gemeinde in Liechtenstein zu gründen. Auch das lief anders als geplant. Es ist schon traurig, dass wir jetzt die Veranstaltungen in Liechtenstein einstellen, weil wir keine starke Kerngruppe aufbauen konnten. Kürzlich schrieb ich Matthias, meinem Schweizer Kollegen, und dankte ihm für seine Hilfe im letzten Jahr, als er versuchte, die Dinge in Gang zu bringen. „Ich bereue es nicht, versucht zu haben, eine Gemeinde zu gründen. Wir haben durch die verschiedenen Sonderveranstaltungen und Gottesdienste, die wir organisiert haben, viele Samen gesät. Ich denke, mindestens 300 Menschen, die keiner Gemeinde angehörten, haben das Evangelium klar gehört. Ich glaube, dass die evangelistische Zeitung „Hope für Liechtenstein” einige Herzen berührt hat. Selbst unsere Anzeigen in den Zeitungen haben meiner Meinung nach einige Menschen dazu gebracht, darüber nachzudenken, was wahrer Glaube eigentlich ist.“

Mein Bruder im Vorstand und Freund Raffael antwortete auf meine E-Mail mit einem Zitat von Reinhard Bonnke. „Wenn ich im Glauben etwas angehe und es sich nicht so entwickelt wie gewünscht, habe ich immer noch das getan, was Jesus mir aufgetragen hat, und das soll mir genug sein …“ 1. Korinther 4,2 drückt das so aus: „Im Übrigen wird von einem Haushalter nur verlangt, dass er treu erfunden wird.”
Diese Worte erinnerten mich an etwas, das ich einmal gehört habe: „Es ist besser, etwas versucht und dabei versagt zu haben, als nie etwas versucht zu haben und dann erfolgreich zu sein.“
Als wir im Januar 2008 mit dem Gemeindegründungsprojekt in Bad Dürkheim begannen, wollten wir bereits im Sommer eigene Räumlichkeiten anmieten. Es war schwierig, etwas Passendes zu finden, doch dann schickte mir Reinhold, ein Mitarbeiter unseres Teams, eines Abends eine E-Mail mit einem Angebot für ein Gebäude, das zum Verkauf stand. Ich dachte: „Auf keinen Fall! Wir können uns gerade so die Miete leisten.“ Aber dann dachte ich mir: „Es kostet nichts, sich das Gebäude anzusehen.“
Ein paar von uns aus dem Team besichtigten das ehemalige Gebäude des Roten Kreuzes mitten im Stadtzentrum und wir waren uns einig, dass es perfekt für uns wäre. Mit der Hilfe von befreundeten deutschen und amerikanischen Gemeinden konnte ich genug Geld sammeln, sodass wir eine Anzahlung zusammenbekamen und den Kauf über unsere Gemeindebund-Bank finanzieren konnten. Auch heute noch kann ich kaum glauben, dass wir zehn Monate nach Beginn unserer Arbeit ein eigenes Gebäude hatten.

Kürzlich habe ich in Bad Dürkheim gepredigt, und die Gemeinde ist voller Leben, bestehend aus vielen ukrainischen Flüchtlingen. Die Dinge in Bad Dürkheim haben sich tatsächlich ganz anders entwickelt, als wir es uns jemals hätten vorstellen können. (Als wir mit der Gemeindegründung begannen, sagte übrigens ein Kollegin aus der Gegend: „Paul, wir können dir nicht helfen, du bist auf dich allein gestellt.“ Später erhielten wir von dieser Gemeinde eine große Spende, um mit der Anzahlung zu helfen.)
Ich könnte noch viel mehr erzählen, aber das Wichtigste für dich und mich ist, dass wir 2026 in all unseren Unternehmungen und all unseren Pläne weitermachen. Manche Dinge werden besser laufen, als wir es uns je hätten vorstellen können. Selbst wenn du so zu sagen „einen Schlag ins Gesicht bekommst“, kann unser Gott dir die Kraft geben, durchzuhalten und zu überwinden. Denk dran, Gott sieht immer das große Ganze!
Ich liebe die folgende Bibelstelle und lasse sie heute tief in unsere Herzen sinken: „Ich will fest auf Gott vertrauen, denn er ist meine Hoffnung. Er ist mein Fels und meine Hilfe, meine Burg, in der mir nichts geschehen kann. Meine Rettung und meine Ehre kommen allein von Gott. Er ist meine Zuflucht, ein sicherer Fels, auf dem kein Feind mich erreicht.“ (Psalm 62,6-8 NLB)
Möge Gott dich und die ganze Gemeinde für all eure Bemühungen im Reich Gottes segnen.
Dein Bruder Paul
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Gott liebt jeden einzelnen so, als ob es außer ihm niemanden gäbe, dem er seine Liebe schenken könnte. (Augustinus von Hippo)
Demut ist das Bewusstsein, dass man vieles nicht weiß und dass vieles, was man zu wissen glaubt, verzerrt oder falsch ist. (David Brooks)
Die meisten Gebete, die in meinem Leben erhört wurden, habe ich nie gebetet! (Unbekannt)
Schlechte Laune ist nie eine Ausrede, um gemeine Worte zu sagen. Launen vergehen, aber gemeine Worte verletzen die Seele. Du kannst die Worte, die du gesagt hast, nie wieder zurücknehmen. (Unbekannt)
Leiter in der Gemeinde sollen die Menschen dort lieben, wo sie sind, und sie gleichzeitig dahin begleiten, wohin Gott sie gerufen hat. (Unbekannt)
Wissen ist, dass eine Tomate eine Frucht ist. Weisheit ist zu verstehen, dass man eine Tomate nicht in einen Obstsalat tun sollte. (Unbekannt)
Auch wenn unsere Gefühle kommen und gehen, Gottes Liebe tut es nicht. (C.S. Lewis)