„Wenn Erfahrung der beste Lehrer wäre, würden alle mit zunehmendem Alter besser werden. Aber das ist nicht der Fall. Es ist das Reflektieren über diese Erfahrungen, dass uns etwas lehrt. Daraus gewinnen wir Erkenntnisse.“ (John C. Maxwell)

„Ich bin ganz sicher, dass Christus mich und alles, was er mir anvertraut hat, bis zum Tag seines Kommens bewahren wird.“ (2.Timotheus 1,12)

„Die Bergpredigt verstehen kann nur ein Mensch, der den Mut hat, sich selbst radikal in Frage zu stellen – sich selbst, nicht die anderen, nicht nur dies und das an sich selbst.“ (Karl Rahner)

Ich finde es immer schön, mit Pastoren und Gemeindeleitern zusammenzusitzen und zu hören, wie sehr ihnen die Gemeinde am Herzen liegt. In den ersten Monaten dieses Jahres hatte ich viele solcher Gespräche und es macht mir echt Mut, die Vision zu spüren, die diese Männer und Frauen für ihre Gemeinde haben. Natürlich reden meine Kollegen in solchen Gesprächen offen über die Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen.

Ein Pastor, mit dem ich kürzlich zusammengesessen bin, ist erst seit drei Jahren in seiner Gemeinde und muss sich noch an einige schwierige Situationen gewöhnen, die er vorgefunden hat. Er erzählte mir von einem Bruder, der seit über 30 Jahren Ältester ist und den Vorstand und andere in der Gemeinde übermäßig dominiert. Außerdem gibt es in seiner Gemeinde zwei Gruppen von Menschen, die seit Jahren nicht miteinander sprechen, obwohl sie gemeinsam das Abendmahl feiern. Er sagte zu mir: „Paul, solche Situationen sind anstrengend und zehren an meinen Kräften, aber letztendlich bin ich überzeugt, dass dies die Gemeinde ist, in der ich sein soll, und ich weiß, dass ich berufen bin, ihr Pastor zu sein.“

Du und ich können uns leicht in solche Herausforderungen hineinversetzen. Wenn ich auf die vergangenen Jahre zurückblicke, hat mir die Überzeugung von meiner Berufung geholfen, einige knifflige Situationen zu meistern. Mir gefällt, was Paulus an Timotheus schrieb: „Ich bin ganz sicher, dass Christus mich und alles, was er mir anvertraut hat, bis zum Tag seines Kommens bewahren wird.“ (2.Timotheus 1,12) Diese von Gott gegebene Gewissheit wird uns in dem pastoralen Dienst, zu dem wir berufen sind, weiter vorantreiben.

Schau dir in diesem E-Letter unbedingt den Artikel von meinem Freund Nate Elarton an, in dem er erzählt, was er in 30 Jahren gelernt hat, während er weiterhin die von ihm gegründete Gemeinde leitet. Zum Umgang mit Enttäuschung und Schmerz, wenn enge Freunde und Mitarbeiter die Gemeinde verlassen, schreibt Nate: „Die Lösung besteht darin, diese Beziehungen locker zu halten wie ein Stück Seife. Ein Großteil dieses Schmerzes muss in Stille verarbeitet werden, mit Gott und unserer Seele. Wir müssen unser Herz vor verletzenden Wunden schützen, die zu Bitterkeit führen können, wenn sie nicht vom Guten Hirten versorgt werden.“

Ich würde dir auch empfehlen, den Artikel von Lynn Chandler zu lesen, in dem es darum geht, wie man am besten mit Gemeindemitgliedern umgeht, die sehr starke Meinungen haben und dann mit anderen Gemeindemitgliedern im Konflikt stehen. Jesus wird uns immer helfen und uns viel Weisheit geben, Friedensstifter zu sein.

Und zum Schluss lest noch den Artikel, den meine Frau Mechthild geschrieben hat, was es heißt, wirklich zufrieden zu sein. Neben den vielen anderen Dingen, die sie schreibt, mag ich diesen Satz: „Zufriedene Menschen haben sich einer Sache verpflichtet, die größer ist als sie selbst! Das heißt unter anderem: Ihr Denken und Streben dreht sich nicht nur um ihre eigene kleine Welt.“

Möge Gott euch seine Perspektive in eurem Dienst in der Gemeinde sowie in eurer Familie schenken und denkt immer an die Worte von König David: „Du zeigst mir den Weg zum Leben: Vor dir ist Freude in Fülle und Wonne zu deiner Rechten für immer.“ (Psalm 16,11)

Andere Beiträge

Wichtige Einsichten, die ich als Leiter gewonnen habe, um mit Entmutigung fertig zu werden

Nate Elarton

Die Reaktionen der Menschen auf Entscheidungen können entmutigend sein. Sie äußern ihre Missbilligung, tratschen, posten und schicken vielleicht eine nette, lange E-Mail. Ich liebe und lebe dieses Zitat von Craig Groeschel: „Ich bin nicht verantwortlich für die emotionalen Reaktionen der Menschen auf gute Entscheidungen.“ Das bringt es auf den Punkt. Leiter führen, und wenn es eine gute Entscheidung ist und die Wünsche einiger Leute nicht erfüllt werden, dann ist das eben so. Mehr von diesem Beitrag lesen!


Auf der Suche nach Zufriedenheit

Mechthild Clark

Wir sehen also, dass Zufriedenheit sich nicht auf das Bild unseres tatsächlichen Lebens bezieht, sondern auf den Zustand, in dem sich unsere Seele, unser Innerstes befindet. Und die Frage stellt sich automatisch: Wie kann ich nun beides vereinen – auf der einen Seite der Wunsch nach einer zufriedenen Einstellung und auf der anderen Seite die Realität meines Lebens? Wie kann ich meine Seele trainieren, dass eine zufriedene Einstellung Teil meines Seins ist? Dass Gelassenheit und Zufriedenheit in meinem Herzen Raum haben?  Mehr von diesem Beitrag lesen!


Wie gehen wir mit unseren eigenen festen Meinungen und den festen Meinungen anderer um?

Lynn Chandler

Es ist nicht deine Aufgabe, jede Meinungsverschiedenheit zu korrigieren oder jeden zu deiner Wahrheit zu bekehren. Wenn du anderen den Raum gibst, unabhängig zu denken, ehrst du ihre Würde, förderst echte Beziehungen und ersparst dir die Erschöpfung ständiger Überzeugungsarbeit. Mehr von diesem Beitrag lesen!

Aussagestarke Zitate

Wenn du echtes Wissen über die Heilige Schrift haben willst, dann mach dich schnell daran, zuerst eine unerschütterliche Demut im Herzen zu entwickeln. Nur das wird dich nicht zu Wissen führen, das dich überheblich macht, sondern zu Wissen, das dich erleuchtet, indem es die Liebe vervollkommnet. (Johannes Cassianus, Priester, Wüstenvater um 360-435)

Jeder von uns hat mal mit Selbstzweifeln zu kämpfen. Deine größte Quelle für Selbstzweifel kann auch deine größte Quelle für Zufriedenheit sein. Unsere größten Rückschläge sind Gottes beste Vorbereitungen für das, was wir in Zukunft machen werden. Wie kann ich meine Selbstzweifel und Ablehnung leiser machen und meine Intuition lauter? Jeder von uns hat schon mal von jemandem gehört, dass wir nicht gut genug sind … Das sind nicht die Momente, in denen wir aufgeben. Das sind die Momente, in denen wir mit Gottes Hilfe, Gnade und Durchhaltevermögen wieder aufstehen und weitermachen. Gott ist in solchen Momenten die Quelle unserer Kraft. (Unbekannt)

Heute Morgen bin ich mit tiefer Dankbarkeit für meine alten und neuen Freunde aufgewacht. (Ralph Waldo Emerson, Essay über Freundschaft)

Wenn deine Lebensziele sich nur um viel Geld, Prestige und andere weltliche Dinge drehen, machst du dich selbst anfällig für immer größer werdende Wünsche und eine geringe Lebenszufriedenheit. (Arthur Brooks)

Anfechtungen sind oft die dunkle Unterlage, auf der Gott die Edelsteine seiner Gnadengaben zum Schmuck ausbreitet, damit sie um so glänzender strahlen. (Charles Haddon Spurgeon)

Wenn Erfahrung der beste Lehrer wäre, würden alle mit zunehmendem Alter besser werden. Aber das ist nicht der Fall. Es ist das Reflektieren über diese Erfahrungen, das uns etwas lehrt. Daraus gewinnen wir Erkenntnisse. (John C. Maxwell)

Auch die Menschen, die uns Not machen, sind überglänzt von jenem Adel, den er ihnen verlieh, als er für sie in den Tod ging. (Helmut Thielicke)

Möge Gott dir Tränen schenken, die du für die vergießen kannst, die unter Schmerz, Ablehnung, Hunger und Krieg leiden, damit du ihnen deine Hand reichen kannst, um sie zu trösten und ihren Schmerz in Freude zu verwandeln. (Craig Groeschel)

Wenn ich jeden jungen Leiter ermutigen könnte, würde ich sagen: „Erwarte nicht, in sechs Monaten alles zu lernen, wozu andere fünfzig Jahre gebraucht haben. Man muss nicht alles wissen, aber bleibe ein lebenslang Suchender. Umgib dich mit Menschen, die so sind, wie du gerne sein willst, und stelle ihnen Fragen. Hör mehr zu als selbst zu reden. (Ron Edmondson)