Mit 68 sehe ich, wie viele Freunde in den Ruhestand gehen. Kein Urteil – jeder Weg ist individuell. Aber mir ist ein Muster aufgefallen: Nach der anfänglichen Ruhe beginnt sich etwas zu regen. Unruhe. Langeweile. Sogar stille Frustration.
Beunruhigender sind die tieferen Stimmen: Bin ich noch wichtig? Habe ich noch einen Sinn? Hat mein Wert abgenommen?
Hier wird eine neue Sichtweise entscheidend.
Der Ruhestand ist nicht der Verlust der Berufung – er ist der Übergang der Berufung.
Eine neue Sichtweise sieht so aus:
- Von „Ich bin fertig“ → „Ich werde neu eingesetzt.“
Deine Berufung war nie deine Berufsbezeichnung. Sie ist deine Teilnahme an Gottes fortwährendem Werk.
- Von „Ich habe weniger zu bieten“ → „Ich habe mehr zu geben.“
Weisheit, Erfahrung und geistliche Tiefe sind jetzt auf ihrem Höhepunkt. Du trägst das in dir, was andere brauchen.
- Von „Meine besten Jahre liegen hinter mir“ → „Meine reichsten Jahre liegen vielleicht noch vor mir.“
Fruchtbarkeit im Reich Gottes wird nicht am Tempo gemessen, sondern an Tiefe und Gehorsam.
- Von „Ich habe meine Identität verloren“ → „Meine Identität ist klarer denn je.“
Du bist nicht das, was du getan hast – du bist, wer du in Christus bist.
- Von „Ich muss langsamer werden“ → „Ich muss tiefer zuhören.“
Diese Zeit lädt zur Einsicht ein: Herr, was sagst du mir jetzt?
- Von „Ich habe für Gott gewirkt“ → „Ich wandle mit Gott.“
Der Wechsel von Produktivität zu Präsenz ist vielleicht das größte Geschenk dieser Zeit.
Eine bessere Frage
Nicht: „Was mache ich jetzt?“
Sondern: „Wer werde ich, und wohin lädt Gott mich als Nächstes ein?“
Der Ruhestand wird, wenn man ihn neu betrachtet, zu einer der spirituell reichsten und beruflich bedeutungsvollsten Phasen des Lebens.
Du bist nicht aus deiner Berufung ausgeschieden.
Du wirst dafür verfeinert.
Mark Hausfeld is the Executive Director of the Institution of Ministerial Wholeness.