Das größte Hindernis in unserer Entwicklung und Bevollmächtigung als Leiter ist unser Stolz. Jakobus 4,6 warnt uns ganz klar: „Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen schenkt er Gnade.“

Wir sollten gezielt danach streben, Jünger zu machen, Gemeinden zu gründen, uns in der Mission zu engagieren und das Evangelium weiterzugeben. Der Apostel Paulus schrieb: „Es war schon immer mein Ziel, das Evangelium dort zu verkünden, wo Christus noch nicht bekannt war.“ (Römer 15,20)

Bestreben an sich ist nicht das Problem. Falsch gesetzter Ehrgeiz ist es. Wenn wir treu arbeiten und erste Ergebnisse sehen, wird es leicht, in die erste Definition abzudriften – ein Verlangen nach Anerkennung, Einfluss oder Zustimmung. Die Motivation verschiebt sich unmerklich vom Aufbau seines Reiches hin zum Aufbau unseres eigenen. Was als Wunsch zu dienen begann, kann sich langsam in den Wunsch verwandeln, gefeiert zu werden.

Erfolg stellt uns auf die Probe.

Soziale Medien können die Verkündigung des Evangeliums beschleunigen und uns dabei helfen, biblische Wahrheiten zu teilen und unsere Arbeit effektiv zu kommunizieren. Aber sie können auch den Stolz beschleunigen. Was als Werbung für den Dienst beginnt, kann still und leise zur Selbstdarstellung werden.

Um uns vor dieser Versuchung zu schützen, muss unser Bestreben fest im Missionsbefehl  verankert bleiben, an einem dienenden Herzen festgebunden und ausschließlich auf die Ehre Gottes ausgerichtet sein. Jesus lehrte, dass Größe im Dienen liegt, wenn wir abhängig bleiben, wirkt die Kraft des Heiligen Geistes weiter. Wenn wir unabhängig werden, folgt Stolz. Und Stolz zerstört immer das, was die Abhängigkeit aufgebaut hat.

Was sollen wir tun?

Demut versetzt uns in die Lage, vom Herrn auf mächtige Weise gebraucht zu werden. Stolz hingegen ist seit dem Garten Eden der Untergang der Menschheit.

Die Geschichte von König Usija macht das Prinzip unmissverständlich: Als er den Herrn suchte, schenkte Gott Usija Erfolg. Doch irgendwo auf dem Weg wich die Abhängigkeit der Unabhängigkeit. Usija begann, seinem eigenen Ruf zu glauben. Er verwechselte Gottes Segen mit persönlicher Größe. Selbstgenügsamkeit führte dazu, dass er Dinge tat, die er nicht tun sollte. Usija maßte sich Privilegien an, die ihm nicht zustanden. Er stellte sich über Zurechtweisung, und Stolz zerstörte, was als Erfolg begonnen hatte.

Strategien, um Stolz zu vermeiden

Die erste wirksame Schutzmaßnahme gegen Stolz ist die Pflege einer immer tiefer werdenden persönlichen Beziehung zu Gott. Die folgenden vier Praktiken bieten einen guten Anfang in diese Richtung.

  1. Tägliche Abhängigkeit. Gott verlangte von den Israeliten, jeden Tag frisches Manna zu sammeln, um sie tägliches Vertrauen zu lehren. Sie konnten es nicht horten. Jeder Morgen bekräftigte die selbe Wahrheit: Gott ist unser Versorger. Auf uns selbst gestellt vergessen wir, woher unsere Hilfe kommt. Eine kluge Praxis ist es, tägliche Erinnerungen an die Abhängigkeit zu schaffen.
  2. Dankbar zu sein. Danke Gott bewusst für seine Segnungen und die Gaben, die er dir anvertraut hat. Dankbarkeit richtet das Herz neu aus und erinnert uns daran, dass jeder Erfolg aus Gottes Hand kommt, nicht aus unserer Kraft.
  3. Bete um die Kraft des Heiligen Geistes. Jesus sagte, er sei der Weinstock und wir seien die Reben. Verbunden mit ihm tragen wir Frucht. Ohne ihn können wir nichts tun (Johannes 15). Die Kraft für den Dienst entspringt nicht aus uns selbst – sie fließt durch uns. Jesus hat uns Kraft versprochen, seine Zeugen zu sein.
  4. Entscheide dich zu dienen. Wenn eine Position oder Erfolg eine Ehre mit sich bringt, stehen wir vor einer Entscheidung. Wir können anfangen, dies zu erwarten – oder sogar zu fordern – oder wir können dem Beispiel Christi folgen und den niedrigeren Platz einnehmen. Leiter sind nicht dazu berufen, bedient zu werden, sondern zu dienen.

Wir müssen mit anderen verbunden sein

Eine zweite Schutzmaßnahme vor einem Sturz wie dem von Usija besteht darin, vertrauenswürdige Stimmen in unser Leben einzuladen. Meine Frau und ich gingen früher auf einem Weg in der Nähe unseres Hauses in Alaska spazieren. Wenn ich mich umdrehte, um mit ihr zu sprechen, driftete ich allmählich auf ihre Seite. Ohne Ausnahme sagte sie dann: „Du gehst nicht geradeaus.“

Diese einfache Korrektur hielt mich auf Kurs. Wir sind zutiefst gesegnet, wenn wir Menschen haben, die uns sagen, wenn wir nicht geradeaus gehen. Hätte Usija solche Stimmen willkommen geheißen, hätte seine Geschichte vielleicht anders geendet.

Lade deinen Ehepartner, einen Kollegen, einen Freund oder einen Leiter ein, ehrlich in dein Leben hineinzureden – besonders wenn sie sehen, dass Stolz auftaucht oder Grenzen verschwimmen. Und wenn sie den Mut finden, dich darauf anzusprechen, hör zu. Nimm es als Gnade an. Gott sendet oft Zurechtweisung, bevor er Konsequenzen zulässt.

Zum Schluss

Der Apostel Petrus mahnt: „Zieht alle Demut an untereinander“ und „Demütigt euch“ (1. Petrus 5,5–6). Demut entsteht nicht zufällig. Sie muss bewusst angestrebt werden. Wenn wir uns daran erinnern, dass Gott die Quelle ist, dass wir Diener sind und dass alles, was wir vollbringen, aus seiner Gnade kommt, bleiben wir bereit für bleibende Wirkung.

Brad Kesler ist Generalsekretär der Assemblies of God USA, die aus über 12.500 Gemeinden bestehen.