Ich habe mich mit diesem Thema Anfang März 2026 beschäftigt, als ich gebeten wurde zu einer Frauengruppe am Weltfrauentag zu sprechen.
Der Weltfrauentag geht zurück auf den Anfang des 20. Jahrhunderts – am 19. 03.1911 wurde er zum ersten Mal in Dänemark, der Schweiz, Deutschland und Österreich-Ungarn gefeiert. Es ging um die Gleichstellung der Frau, um das Wahlrecht, vor allem um Selbstbestimmung. Und es war schier revolutionär zu dieser Zeit! Und es war ein richtiggehender Kampf! Und es brauchte noch viele lange Jahre bis Veränderung allmählich und schleichend eintraten…
Das brachte mich zunächst ein wenig zum Nachsinnen und ich habe ein wenig zurückgeschaut auf mein persönliches Leben, von dem 2/3 im 20. Jahrhundert und 1/3 im 21. Jahrhundert gelebt wurde. Mir sind kleine Begebenheiten in den Sinn gekommen:
- Als ich im Jahr 1968 nach meiner Schulausbildung eine Berufsausbildung machen wollte, war ich sehr am Bankwesen interessiert. Die Antwort der Banken auf Bewerbungen waren: wir füllen erst einmal die freien Plätze mit jungen Männern und dann sehen wir mal… Danach bewarb ich mich bei einer sehr großen Firma, die 3 Ausbildungsgänge hatte: Industriekaufmann, Bürokaufmann und Bürogehilfin… Der Weg zum Industriekaufmann wurde mir verwehrt, die Bürogehilfin sehr stark angepriesen und dann auf meine absolute Weigerung hin, schweren Herzens seitens der Firma der Weg zum Bürokaufmanngeöffnet. Diese Ausbildung habe ich nach 3 Jahren als Beste meines Jahrgangs abgeschlossen.
- Dann kam der Weg als junge Frau eines Pastors. Wir begannen unseren Dienst im Jahr 1978, und auch hier machte mich einiges nachdenklich. Pastorenfrauen, die Klavierspielen konnten, waren natürlich der absolute Hit, aber da musste ich passen. Aber es blieb dennoch einiges zu tun für Pastorenfrauen: Kinderdienst, Frauendienst, Gemeinde putzen, Buchhaltung, gemeinsame Essen nach dem Gottesdienst organisieren – alles wenn möglich hinter den Kulissen. Sehr wichtig war natürlich auch der sparsame Umgang mit Makeup und Schmuck.
- Als ich dann in unserem Kirchenbund eine recht verantwortungsvolle Arbeit ausübte im Bereich der Pensionskasse für Pastoren (ich war bereits 50 Jahre) alt, bat ich meinen Chef nach einigen Jahren um eine Gehaltserhöhung. Seine Antwort: Warum brauchst Du denn mehr Geld – Dein Mann verdient doch gut! Ich muss gestehen, dass ich, obwohl ich mich durchaus durchsetzen kann, sprachlos war! Als ich den Job aufgab, übernahm ein junger Mann diese Arbeit als Ganztagsjob (ich hatte die gleiche Arbeit als Halbtagsjob gemach), wurde „angemessen“ entlohnt, da er ja eine Familie zu ernähren hatte.
Aber dies sind nur einige wenige Beispiele dafür, was ganz normale Frauen in ihrem Leben an Diskriminationen und Ungerechtigkeit, manchmal absolut unterschwellig, erleben und erdulden müssen. Manche sagen, das war damals so, aber ich weiß, es gibt auch heute noch viel Raum für Verbesserung!
Und bei meiner Recherche wurde mir gleich klar, dass der christliche Blick auf den Weltfrauentag ein absolut befreiender Blick ist – ein Blick, der die Frau in ihrer von Gott gegebenen Würde sieht, der aber auch Ungerechtigkeiten beim Namen nennt.
Und ich begründe dies folgendermaßen:
- Würde und Ebenbildlichkeit (Schöpfung)
Gleiche Würde: Die Bibel betont in der Schöpfungsgeschichte (Genesis), dass Mann und Frau gleichermaßen als Ebenbild Gottes geschaffen sind. Beide sind „sehr gut“ und als Einheit gedacht, die sich ergänzt.
Geschenk: Frauen werden als Geschenk und Antwort auf die Gemeinschaftsbedürfnisse des Menschen verstanden, aber nicht als zweitklassig oder minderwertig.
- Die Haltung Jesu zu Frauen
Bruch mit Konventionen: Jesus lebte in einer Zeit des klaren Patriarchats, d. h. Frauen waren rechtlich und sozial völlig untergeordnet. Aber Jesus begegnete Frauen mit Respekt, Würde und auf Augenhöhe, was für die damalige Zeit revolutionär war.
Jüngerinnen: Frauen waren Teil der Nachfolge Jesu, unterstützten ihn (finanziell) und waren Zeuginnen seiner Taten.
Erste Zeuginnen der Auferstehung: Maria Magdalena und andere Frauen waren die ersten, die von der Auferstehung erfuhren und diese verkündeten – eine zentrale Rolle in der christlichen Heilsgeschichte.
Wenn ich jetzt Fragen würde: Wie definiert sich eine „christliche Frau“ eigentlich, dann würde natürlich jeder sofort antworten: Eine Frau, die Jesus nachfolgt und sich bemüht, Seinen Willen zu tun! Und das stimmt natürlich. Aber zu einer christlichen Frau gehört viel mehr…
Vor einigen Jahren habe ich einen Frauenkongress in Wien besucht. Als ich dort saß, mit einzelnen Frauen sprach, mir die Predigten anhörte, da wurde mir wurde klar, wie wichtig es ist, dass jede einzelne Frau erkennen muss, wie wertvoll sie in Gottes Augen ist. Und wie sehr Gott sich wünscht, Frauen zu gebrauchen in dieser Welt.
Und dennoch machen wir Frauen es uns oft selbst so schwer im Leben, wenn Gott uns eine Aufgabe stellt – hat das etwas mit den Jahrhunderten der „Zweitrangigkeit“ zu tun? Ist es Teil unserer DNA geworden? Ist es, weil uns Eltern erzogen haben, die noch fest in dieser Denkweise eingebunden waren? Ich weiß es nicht! Aber:
- Wir sind so leicht geplagt von Selbstzweifeln
- stellen unsere Persönlichkeit, unsere Fähigkeiten in Frage.
- Wir denken viel zu viel und zu kritisch über uns selbst nach.
- Wir fühlen uns unfähig zu mehr, sind leicht überwältigt und fühlen uns oft nicht befähigt für neue Herausforderungen in unserem Leben.
Und das hat nichts mit Alter zu tun! Es betrifft, junge Mädchen, junge Frauen und ältere Frauen. Und ich habe festgestellt, dass das bei Männern sehr viel unterschwelliger ist. Sie sind schneller bereit, sich einer Herausforderung zu stellen.
Und so möchte ich zunächst zu jeder einzelnen Frau hier heute sagen:
- Du bist ein Meisterwerk – Vergiss das nie
Als Gott jeden Einzelnen von uns geschaffen hat, hat er etwas Besonderes geschaffen: Einen einzigartigen Menschen, und das gilt für uns alle – nicht nur für Frauen!
Es hat noch nie jemanden wie dich auf der Erde gegeben, und nie wieder wird ein Junge oder Mädchen geboren werden, das genauso ist wie du oder ich – ein Unikat! Dieser Gedanke ist überwältigend: Gott hat uns gewollt, vorsätzlich geplant und Er macht keine Fehler!
„Schon lange vor Beginn der Welt hat Gott an dich gedacht und dich zum Ziel seiner Liebe gemacht.“ (frei nach Eph. 1,4)
Egal wie unsere Entstehungsgeschichte ist, wir sind geplant! Egal, ob unsere Eltern uns wollten oder nicht. Und das trifft auf jeden von uns zu!
Das Problem ist nur: Was andere Menschen über uns denken, prägt uns!
Wie oft hören Kinder: Aus Dir wird nichts! Frag nicht so dumm! Stell dich nicht so ungeschickt an usw. Das hab ich Dir schon hundert Mal erklärt. Vielleicht haben wir es schon selbst gesagt zu unseren Kindern… Ich bin mir sicher, auch ich habe es unbedacht getan!
Was Frauen betrifft sagen uns Studien, dass gut 70% aller Frauen Probleme mit dem Selbstwert haben. Uns fällt es einfach schwerer, uns selbst zu akzeptieren, wie wir sind, Vertrauen in unsere Fähigkeiten zu haben – wir haben so einen eingebauten „Inneren Kritiker“!
Eine etwas ältere Studie der New York University (Child Study Center) besagt, dass bei Mädchen im Alter von neun Jahren das Selbstwertgefühl seinen Höhepunkt erreicht und dann einen Sturzflug macht. 75% der 8– und 9–jährigen finden sich hübsch, aber wenn diese Kinder Teenager werden, dann stürzt diese Zahl auf 56%. Die Lüge macht sich breit: Ich bin nicht genug!
Und dann hat Gott hat ganz andere Gedanken über uns:
David sagt: „Du hast alles in mir geschaffen und hast mich im Leib meiner Mutter geformt. Ich danke dir, dass du mich so herrlich und ausgezeichnet gemacht hast. Wunderbar sind deine Werke, das weiß ich wohl.“ PS 139, 13–14
Aus der modernen Bibelübersetzung The Message frei übersetzt) EPH 1, 11–12
„In Christus finden wir heraus, wer wir sind und wozu wir leben. Lange bevor wir zum ersten Mal von Christus hörten und Hoffnung schöpften, hatte er schon seine Augen auf uns gerichtet. Er hatte Pläne für uns, ein herrliches Leben zu führen, als Teil seines Gesamtplanes, den er in allem und jedem verwirklicht.“
Gott sagt zu jeder Frau, zu jedem Menschen:
„Ich liebe Dich. Ich habe dich geschaffen. Ich habe ein Ziel für Dich!“
Wie wichtig es ist, unseren Kindern zu sagen, wie sehr wir sie lieben und was wir in ihnen sehen – und was Gott in ihnen sieht! Wir müssen gerade was Leistung betrifft, die Anstrengung bewerten und nicht das Endergebnis!
- Du hast einen Platz in diesem Leben auszufüllen
Über Jahrhunderte war die Rolle der Frau klar definiert – von Männern. Und in vielen Kulturen ist es immer noch so. Frauen wurde gesagt, dass sie bescheiden sein sollen, dass sie sich unterordnen sollen, dass sie auch in der Gemeinde nur ganz bestimmte Rollen einnehmen dürfen. Und natürlich wurde wurden Bibelstellen dazu zitiert. Und wir alle kennen Sprüche 31, denn hier finden wir natürlich das Bild einer wunderbaren Frau, die Gott fürchtet und fleißig ist und einfach in allem perfekt ist – ein Idealbild!
Aber wenn ich diese Frau genau betrachten, dann sehe ich nicht nur diese gottesfürchtige Frau, sondern auch das Bild einer sehr klugen Frau, die gebildet ist, die ihre Angestellten „managed“, die Grundstücke erwirbt, Stoffe webt, Kleidung herstellt – also fast eine Geschäftsfrau und eine Frau mit einem Geschäftssinn. Es klingt so, als ob sie ein Unternehmen führt.
Und dann denken wir an all die anderen herausragenden Frauen aus dem AT. Ich nenne nur einige:
- Mirjam (Miriam): Die ältere Schwester von Mose und Aaron, wird als Prophetin bezeichnet.
- Debora (Deborah): Eine der wenigen weiblichen Richterinnen (Richter 4+5) in der Zeit vor den Königen. Sie war eine einflussreiche Anführerin, Prophetin und strategische Beraterin, die dem Volk Israel Frieden brachte.
- Rut (Ruth): Eine Moabiterin, deren Geschichte von Loyalität und Mut handelt – die Urgroßmutter von König David.
- Ester (Esther): Eine jüdische Königin in Persien, die ihr Leben riskierte, um ihr Volk vor einem Völkermord zu retten.
- Judith: Eine Heldin, die ihr Volk durch List und Mut vor der assyrischen Armee rettete.
- Die Hebräische Hebammen, die sich weigerten, den Pharao zu gehorchen, und die männlichen Babys der Israeliten retteten. Sie leisteten zivilen Ungehorsam aus Gottesfurcht.
- Die Mutter von Mose, die ihren Sohn trotz des Todesurteils des Pharaos versteckte und so sein Leben rettete.
Wir sehen Frauen, die die als Retterinnen, Prophetinnen, Anführerinnen agieren …
Und dann im NT:
Wir sehen eine Maria, Maria Magdalena, Priscilla, Phoebe, Lydia, Junia, Tabita, Appia
Diese Frauen waren als Apostelinnen, Evangelistinnen, Lehrerinnen und Gemeindeleiterinnen aktiv und prägten das frühe Christentum entscheidend mit. Wir sehen, es gab immer Ausnahmen im Gegensatz zur gängigen Norm!
Und wir schauen in die Neuzeit: Wie viele Frauen sind alleine hinaus gegangen in die weite Welt als Missionarinnen; sie haben Waisenheime gegründet, haben Gemeinden gegründet, haben ihren kleinen Teil der Welt mit der Liebe Gottes positiv verändert und geprägt.
Ich denke an:
- Mutter Theresa, jeder kennt sie und ihr einzigartiges … Leben aus dem Glauben heraus. Schon 1946 als junge albanische Frau folgte sie ihrem Ruf nach Indien
- Sophie Scholl, die als junge Frau sehr christlich geprägt war und sich vor allem aus Glaubensgründen mit 21 Jahren am Widerstand gegen die Nazis beteiligte und dafür enhauptet wurde. Sie folgte den Worten eines katholischen Philosophen Jaques Maritain: „Man muss einen harten Geist und ein weiches Herz haben.“
- Florence Nightingale, die aus dem Glauben heraus als Krankenschwester auf der Krim wirkte, 1860 die erste Pflegeschule gründete und ein ganzes Kranken-Pflegesystem ins Leben rief, das zum Teil heute noch weiterbesteht.
- Harriet Beecher Stowe, die sich aus dem Glauben heraus ganz klar gegen Sklaverei aussprach und das berühmte Buch schrieb – Onkel Toms Hütte.
- Amy Carmichael – eine irische Missionarin für über 50 Jahre in Indien, die gegen die Prostitution von Kindern in Tempeln kämpfte. Das war Mitte des 19. Jahrhunderts…
- Corrie ten Boom, die nach ihrem KZ-Leben über Vergebung predigte.
- Lilian Thrasher, die 1911 alleine nach Ägypten reiste, ein Waisenhaus gründete und Tausende von Kindern rettete.
Frauen, die Gott liebten, Ihm vertrauten, Seinem Ruf folgten und aus dem christlichen Gehorsam heraus absolut Unglaubliches mit Seiner Hilfe bewirkten.
Eigentlich: Sie waren Frauen wie Du und ich!
Und deshalb stellt sich für jede Frau die Frage:
- Wie sieht denn dann meine Berufung aus?
Natürlich weiß ich, dass nicht jede Frau eine spektakuläre und besondere Berufung hat! Denn: Der Herr ruft einzelne Menschen zu besonderen Aufgaben heraus; er beruft und befähigt sie – aber eines gilt: jede Frau, jeder Mensch hat eine Berufung!
Wie sieht es bei Dir aus und bei mir? Und das gilt es herauszufinden. Wie gesagt: Berufung für uns muss nicht spektakulär sein – für die meisten von uns ist sie nicht. Aber sie kann bedeuten, einfach nur da unseren Glauben auszuleben, wo Gott uns hingepflanzt hat. Wir dürfen und sollen Gott bitten, uns zu zeigen, wo und wie er uns gebrauchen will.
- Gebet – macht den Unterschied
Gebet: eine offene, ehrliche und erwartungsvolle Unterhaltung mit Gott
Ich bete, weil ich nicht anders kann.
Ich bete, weil ich hilflos bin.
Ich bete, weil das Bedürfnis beständig aus mir herausfließt, im Wachen und Schlafen.
Das verändert nicht Gott – es verändert mich. C. S. Lewis
Mit Gott kann man eine „richtige Beziehung“ haben. Er sehnt sich danach! Gott ist keine unwirkliche Figur, die irgendwo im All herumschwebt. Er wünscht sich, ein fester Teil unseres Lebens zu sein, einbezogen zu sein in unser Denken und Tun. Gott möchte mit uns reden. Er möchte von unseren Hoffnungen, Träumen und Wünschen hören – und von unserer Hilfsbedürftigkeit und unseren Zweifeln und Fragen und Ängsten.
Gebet ist Gespräch mit Gott. Es muss kultiviert werden – ein lebenslanger Prozess. Gott ist unser bester Freund, nie abgelenkt oder zu beschäftigt, der beste Zuhörer, den es gibt. Und in diesen Gesprächen mit Gott wird Er uns unsere persönliche Berufung für jeden einzelnen Tag klarmachen.
Was steht heute für mich an?
Wie kann ich heute Gottes Liebe weitergeben?
Wem kann ich heute eine Freundin sein?
Wen kann ich heute ermutigen?
Welche Aufgabe hat Gott für mich heute, die keiner so wie ich erfüllen kann…
- es kommt auf meine Einstellung an
„Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an, sondern lasst euch von Gott verändern, damit euer ganzes Denken neu ausgerichtet wird. Nur dann könnt ihr beurteilen, was Gottes Wille ist, was gut und vollkommen ist und was ihm gefällt.“ Röm. 12,2
Einstellung – ein Gefühl oder eine Meinung über etwas oder jemanden, oder eine Verhaltensweise, die dadurch verursacht wird: Es ist oft sehr schwierig, die Einstellung der Menschen zu ändern.
Es kommt auf meine innere Einstellung an;
also ist es auch meine Entscheidung,
ob ich sie behalten will oder nicht. (unbekannt)
Habe ich eine Hoffnung, dass Gott mich gebrauchen will? Habe ich geistliche Träume im Leben und geistliche Erwartungen an das Leben – hoffe ich darauf, von Gott auf besondere Art und Weise gebraucht zu werden?
Und wir stehen vor einer Wahl: Gebe ich mich mit dem ab, was ich habe und wie ich jetzt bin, oder habe ich den Mut von mehr, zu träumen. Und ich rede nicht von Dingen oder Besitz, sondern von dem, was Gott in meinem persönlichen Leben verändern und in meinem Umfeld tun will:
Er will, dass wir Frucht bringen.
Er möchte, dass unsere Kinder unsere Nachfolge sehen und wissen, dass sie „echt“ ist.
Wenn wir verheiratet sind, dann möchte Er, dass wir an unserer Ehe arbeiten, dass wir auf unseren Partner eingehen – einander achten, ehren und einander Gutes tun.
Er will uns unsere geheimen Wünsche erfüllen.
Es ist sein Wille, dass diese Gemeinde wächst und gedeiht.
Er will Menschen hier an diesem Ort erretten und verändern!
Er will …
- Denken wir einen Joseph, der träumte. Die Menschen um ihn herum haben seine Träume nicht verstanden, aber er hielt fest daran und sie wurden wahr.
- Esther, die davon träumte und hoffte, dass sie ihr Volk retten könnte – manche Träume bringen uns Herausforderungen und Schwierigkeiten, aber wir müssen daran festhalten.
Manche gottgegebenen Träume sind so groß, dass andere Menschen sie nicht verstehen können und wir müssen sie einfach in unserem Herzen bewahren und daran festhalten. Ich denke an Maria, Mutter Jesu – eine einfache junge Frau, keine Berufsausbildung oder Karriere, vermutlich auch nicht sehr gebildet, kommt aus einem kleinen Dorf, keine herausragende Persönlichkeit – aber der Heilige Geist spricht zu ihr und sie hält dies in ihrem Herzen: Gott will mich gebrauchen, um etwas scheinbar Unmögliches zu erreichen.
Wir sind nicht anders als eine Maria – Wenn unser Leben in Einklang mit Gottes Herzen ist, kann er auf übernatürliche Weise zu uns sprechen und uns Träume und Ideen schenken, die unsere Vorstellungskraft und eigenen Fähigkeiten übersteigen! Gott gebraucht ganz normale Frauen und Mädchen um der Welt Gottes Schönheit und Kraft vor Augen zu führen.
Wenn Gott etwas durch uns in die Wege leitet, das menschlich gesehen unmöglich erscheint, dann zeigt er der Welt, wer er ist, und überzeugt kommende Generationen davon, wie gut er ist. (Debbie Lindell)
- c) Stehe auf und leuchte
In Jesaja 60,1 finden wir einen mächtigen Aufruf, tätig zu werden:
„Steh auf und leuchte! Denn dein Licht ist gekommen und die Herrlichkeit des Herrn erstrahlt über dir.“
Und ich denke oft an diesen Vers:
„Denn alles ist mir möglich durch Christus, der mir die Kraft gibt, die ich so brauche.“ PHIL 4,13
Das heißt also: wir beten, wir träumen, wir hören und wir handeln!
Und dann denke ich denken so schnell, dass Gott die falsche Person für die gegebene Aufgabe ausgesucht hat. Ich möchte davonlaufen wie Jona und mich verstecken, weil ich mich dem Ganzen nicht gewachsen fühlen. Oder weil mir der Preis zu hoch ist, oder weil ich nicht gut genug bin. Weil ich mich blamieren könnte…
Und ich möchte uns allen heute morgen sagen: Hab’ keine Angst vor dem, was Gott von dir verlangen könnte. Er wird nicht mehr von Dir verlangen, als du vertragen kannst und er wird dich niemals alleine lassen!
Manchmal brauchen wir einen Herzenswandel. Wenn wir endlich „Ja“ sagen, schenkt er uns die Fähigkeit, den Mut, die Menschen, die Mittel – alles, was notwendig ist – um Seinen Willen umzusetzen, um unsere gottgegebenen Träume umzusetzen.
Das Geheimnis ist immer dasselbe: Wenn ich aufhöre, auf meine Fähigkeiten, auf meine Möglichkeiten zu schauen und anfange, meine Augen, auf Gott und seine Kraft und seine Mittel richten, erst dann kann ich Zuversicht schöpfen.
Manchmal wünscht Gott nur ganz kleine Dinge von uns, ein freundliches Wort oder eine helfende Hand, wenn wir einen Menschen in Not sehen. Und doch: Es gibt keine kleinen Aufgaben bei Gott! Wenn ich mich nicht der Aufgabe stelle, wer dann?
Und es gilt: Wer im Kleinen treu ist! Kleine Träume erfüllen sich, große Träume folgen…
Mach dich auf, werde Licht! Vermutlich werden wir nie auf einer großen Bühne stehen oder ein christliches Werk leiten. Aber wenn wir die Aufgaben, die Gott uns aufs Herz legt, mit Freude für ihn tun, dann machen wir ihm genauso viel Ehre und Freude wie derjenige, der zu „großen“ Aufgaben berufen ist.
Mein Beispiel: Mehr als 45 Jahre im Dienst von Gemeinden – immer alles getan, was getan werde musste bei einer Gemeindegründung und dem Aufbau einer Gemeine von Putzen, Buchhaltung, Frauenbibelstunden, Lobpreis, Kinderdienst usw. …
Aber nun ist das alles nicht mehr, weil mein Mann keine Gemeinde mehr leitet.
Ich bin nicht mehr jung! War das alles für mich im Leben?
Soll ich jetzt einfach nichts mehr tun?
Ich habe festgestellt: Gott verändert unseren Schaffensbereich! Er schafft uns neue Räume, angepasst an unsere Lebenssituation!
Vorher hat sich mein Dienst für den Herrn immer im Gemeinderaum/Gemeindeleben abgespielt. Aber jetzt habe ich die Möglichkeit, mich mit Menschen, die den Herrn vielleicht noch nicht so kennen, auszutauschen. Ich habe viele neue Freundinnen gewonnen und kann ermutigen, vielleicht ein wenig Weisung geben bei so vielen Lebensproblemen und Nöten, und ich kann beten für all die Probleme, mit denen diese mir lieb gewordenen Menschen konfrontiert sind. Es gibt mehr Arbeit denn je…
Die Frage ist also: Erwarte ich noch etwas vom Leben? Habe ich Angst vor der Zukunft oder schaue ich ihr mit Zuversicht entgegen? Und deshalb nun doch Sprüche 31 zum Schluss:
„Sie ist eine würdevolle und angesehene Frau,
zuversichtlich blickt sie in die Zukunft.“ SPR 31,25
Und ich möchte schließe mit einem Gebet von Franz von Assisi, welches er vor über 800 Jahren gebetet und aufgeschrieben hat! Ich hab immer das kleine Wort „heute“ hinzugefügt!:
Wo Hass herrscht, lass mich HEUTE Liebe entzünden.
Wo Unrecht ist, lass mich HEUTE Vergebung bringen.
Wo Zweifel ist, lass mich HEUTE den Glauben wecken.
Wo Verzweiflung ist, lass mich HEUTE Hoffnung zeigen.
Wo Finsternis ist, lass mich HEUTE dein Licht bringen.
Wo Kummer ist, lass mich HEUTE Freude entzünden.
„Himmlischer Vater, ich stelle mein Leben und meinen Alltag unter deine Leitung. Zeige mir, wo ich heute und morgen ein Segen für andere sein kann. Öffne mir die Augen für die Nöte meiner Mitmenschen und gib mir den Mut, helfend einzugreifen. Nutze meine Gaben und Talente, um Gutes zu bewirken. Amen.“
Wenn du Interesse hast, kannst du dir seine Botschaft auch online anhören!
Mechthild lebt in Lindau und ist mit Paul Clark verheiratet. Gemeinsam haben sie mehrere Gemeinden in Deutschland gegründet und 2016 die Freie Christengemeinde in Bregenz ins Leben gerufen. Mechthild strickt und häkelt gerne und verbringt gerne Zeit an der Algarve in Portugal.